Fast 400.000 Tiere werden jedes Jahr allein in Jena laut Eigenaussage des Jenaer Schlachthofs getötet. Obwohl er nur ein beliebiges und winziges Element im unvorstellbaren Ausmaß der deutschen und erst recht globalen Fleischfabrikation ausmacht, kommt ihm eine besondere Funktion zu: Aus ihm stammt ein Teil, der wenigen genehmigten Aufnahmen des eigentlichen Schlachtvorgangs - dem lebendigen Ausbluten-lassen. (In aller Regel werden zur Verharmlosung nur die Vorgänge vor und nach der Schlachtung gezeigt.)
Panorama-Bericht über Schlachten in Jena1
Reflex und AKuT bemühten sich daraufhin im August 2001 um ein Gespräch mit Bundeskanzler Gerhard Schröder bei seinem Aufenthalt in Jena, um wenigstens die Bedingungen des Schlachtvorgangs zu verbessern - ohne Erfolg. An den Umständen hat sich bis heute EU-weit nichts geändert. (Ziel von Reflex ist jedoch ohnehin nicht die Verbesserung der Bedingungen der tierlichen Vernutzung, sondern die Abschaffung letzterer selbst.)
Zu bedenken gibt, dass die europäischen Vorschriften noch zu den "vorbildlichsten" weltweit zählen. Dies zeigt, wie sehr die alltäglichen Überzeugungen, die zur Legitimierung des Fleischkonsums herangezogen werden, von der Realität der Fleischproduktion abweichen. Auch ändert ein Bio-Siegel nichts an diesem allen Tieren gemeinsamen, finalen "Produktionsabschnitt". Auch (Bio-)Milchkühe - wie auf dem obigen Video deutlich zu sehen ist - enden nach etwa vier, statt 20 Jahren auf diese Weise im Schlachthof.
Scheinbar als Reaktion auf jenen Imageverlust, der fälschlicher Weise allein auf Jena projeziert wurde, entstand 2008 ein Werbevideo auf Youtube zum Jenaer Schlachthof, das zwar die Qualitäten des Schlachtens gezielt unterschlägt, jedoch deren quantitative Dimensionen offenlegt:




